Asthma & Sport – (K)ein Widerspruch

Ich habe Asthma. Schon lange.
Und ehrlich gesagt: Ich habe das lange als Ausrede genutzt, um Sport lieber zu lassen, als anzufangen. „Geht halt nicht“, „Ich darf nicht übertreiben“, „Zu gefährlich“. Kommt dir bekannt vor?

Aber: Diese Geschichten, die wir uns selbst erzählen, sind oft nur das – Geschichten.

Ich habe gelernt: Asthma ist kein Ausschlusskriterium.
Es braucht Wissen, es braucht Respekt – aber kein Verzicht auf Bewegung, Fitness oder ambitionierte Ziele.


Was mir geholfen hat:

1. Erst mal akzeptieren – dann loslegen.
Ich bin kein Sportmuffel, ich war vorsichtig. Aber das eine schließt das andere nicht aus. Der erste Schritt war: Ich hab mit meiner Ärztin gesprochen. Klar abgeklärt, was geht, welche Medikamente im Notfall bereitliegen sollten und wie mein Körper reagiert.

2. Warm-up statt Vollgas.
Mein Körper braucht Vorbereitung. Kein Sprint aus dem Stand. Sondern: Mobilisieren. Atmen. Locker werden.
Ich baue mir vor jeder Trainingseinheit Zeit ein, um wirklich anzukommen – körperlich und mental.

3. Auf den Atem hören – nicht auf den Schweinehund.
Ich lerne gerade, wie viel Kraft in kontrollierter Atmung steckt. Nicht nur beim Laufen, sondern auch bei Kraftübungen, im Wettkampf, im Alltag. Ich höre auf meinen Körper. Und wenn ich merke, da kommt was – Pause. Punkt.

4. Ich darf alles – aber ich muss nicht alles sofort.
HYROX ist mein Ziel. Das ist intensiv, keine Frage. Aber ich trainiere in meinem Tempo, auf meinem Level. Und ich merke: Der Körper gewöhnt sich dran. Mein Asthma ist da – aber ich kann damit umgehen.


Was ich sagen will:

Wenn du Asthma hast, musst du nicht stillsitzen.
Bewegung kann dir sogar helfen. Deine Lunge wird stärker. Deine Ausdauer verbessert sich. Dein Körper lernt, besser mit Belastung umzugehen. Und du bekommst Selbstvertrauen zurück.

Ich bin kein Arzt. Aber ich bin jemand, der’s ausprobiert.
Und der sagen kann: Ich fühle mich fitter als je zuvor.
Trotz Asthma. Oder gerade deswegen?